Contax 645 – der erste Eindruck

Meine geliebte Hasselblad 500C musste einer Neuen weichen. Obwohl die neue Kamera ebenfalls nicht mehr produziert wird, handelt es sich dabei um eine der technologisch fortschrittlichsten Mittelformatkameras. Dieser Artikel stellt keinen vollwertigen Review bzw. Testbericht dar, sondern fasst lediglich meine erste Eindrücke zur Contax 645 AF mit Carl Zeiss Planar 80mm zusammen. Weitere Reviews in Englisch findet man beispielsweise bei Cameradepia oder auch hier oder hier.

Von der Handlung her ist die Contax 645 mit einer überdimensionierten Spiegelreflexkamera zu vergleichen. Alles ist da: Autofokus, automatischer Filmtransport, eingebaute Belichtungsmessung mit Blenden- und Verschlußzeitautomatiken. Mit „überdimensioniert“ meine ich, dass die Kamera auch ohne den optionalen Batteriegriff doch recht groß und schwer ist. Für meinen Empfinden kann man den Standardkit – Kamera mit Prismensucher und Planar 80mm – sehr gut mit Canon EOS 1 mitsamt 28–70L vergleichen. Obwohl nicht wirklich kleiner, erscheint mir eine Hasselblad V mit Lichtschacht doch viel leichter und handlicher.

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Ansonsten liegt die Kamera sehr gut in der Hand. Zu der Bauweise gibt es nicht viel zu berichten – sehr hochwertig und robust. Das Gehäuse, der Prismensucher sowie das Magazin sind aus Plastik gebaut, das sehr strapazierfähig sein sollte. Das Objektiv hat eine Ganzmetallfassung. Der Kameragriff besteht aus einem harten gummiartigen Stoff. Alle Bedienelemente sind sinnvoll angeordnet und gut zu erreichen. Interessantes Detail: Contax 645 besitzt keinen LCD-Monitor. Alle Bedienelemente sind komplett analog ausgelegt. Der erste Kontakt mit dem elektronischen Inneren der Kamera findet erst statt, wenn man durch den großen und hellen Sucher schaut. Darunter werden wichtige Parameter wie Blendenwert, Verschlußzeit, Bildzählwert, Belichtungsskala und andere angezeigt.

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Ich kann nur mit Hasselblad vergleichen, aber das Einlegen eines Filmes scheint mir doch etwas fummelig zu sein. Für einen schnellen Filmwechsel ist daher zu weiteren vorgeladenen Filmeinsätzen anzuraten. Das Filmmagazin kann dagegen ganz einfach mit nur einer Hand abgenommen werden.

Die Beschwerden über den Autofokus, die im Web zu finden sind, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Verglichen mit einer Canon EOS 1 mitsamt eines USM-Objektivs, ist der Autofokus der 645 etwas lauter und deutlich langsamer. Ja, Contax ist definitiv keine Kamera für Sportfotografie. Für den Einsatz, für den sie gebaut wurde — Studio, Portrait, Fashion oder auch Hochzeitsfotografie — reicht die Autofokusgeschwindigkeit vollkommen. Der Autofokus arbeitet sehr sicher und präzise. Zudem ist ein manueller Eingriff jederzeit möglich. Ebenfalls kann man sehr gut ausschließlich manuell fokussieren, was bei den vielen modernen (D)SLRs leider nicht der Fall ist. Ich bevorzuge die Kamera im manuellen Modus zu betreiben. Der Autofokus wird bei Bedarf mit einem Daumendruck auf den hinteren AF-Button ausgelöst.

Nach meinem Empfinden ist der 80mm Planar der Contax einen Tick schärfer als der C-Planar meiner alten Hasselblad. Die Optik hat den typischen Zeiss-Bokeh.

Noch ein Minuspunkt, der oft erwähnt wird: die Objektive lassen nur volle Blendenschritte zu. Stimmt gar nicht! Es ist nur lediglich so, dass die Zwischenschritte nicht einrasten.

Ein Bericht zum Batterienhunger der Kamera wird noch nachgereicht.

Fazit

Ich bin von der Handlung und den Ergebnissen, die die Kamera liefert sehr beeindruckt. Schade, Schade, dass die Contax 645 nicht mehr produziert bzw. es keinen Nachfolger mehr geben wird.


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