Zur Wahl eines Portraithintergrunds
Ein Studioanfänger wird früher oder später mit der Frage konfrontiert: Welchen Hintergrund soll ich nehmen? Denn eins ist sicher: die Wahl eines Hintergrunds beeinflusst entscheidend die Wirkung eines Portraits.
Zunächst kann ein Hintergrund unterstützend arbeiten. Für ein klassisches oder ein dramatisches lowkey Portrait wird ein dunkler Hintergrund gerne genommen. Ein romantisches Portrait kommt dagegen auf einem hellen Hintergrund am besten zur Geltung. Ein anderer Hintergrund kann durch Kontraste interessante Gegenüberstellung oder eine lustige Stimmung erzeugen. Oder man entscheidet sich für einen neutralen Hintergrund, um die Aufmerksamkeit des Betrachters voll auf das Hauptmotiv zu lenken.
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Bei der Wahl eines Hintergrunds soll Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt werden. Ich stelle hier vier typischen Alternativen vor.
Kartonhintergrund
Eine Kartonrolle ist eine beliebte Lösung, wenn man schnell einen homogenen Hintergrund aufbauen will. Sobald verschmutzt wird der Hintergrund einfach abgeschnitten. Insgesamt ist es eine einfache und praktische Lösung. Allerdings kann man behaupten, dass die Kartohintergründe wegen ihrem sterilen Aussehen relativ wenig Mehrwert für ein Portrait bieten.
Nicht immer soll das aber ein Nachteil sein. In der Fashion-Fotografie sind beispielsweise Kartonhintergründe in Farben weiß, grau oder schwarz sehr populär. Nicht weil sie besonders „cool“ sind, sondern weil sie sehr neutral wirken und somit die Aufmerksamkeit des Betrachters voll auf das Hauptmotiv – die Ware, die verkauft wird – lenken.
Stoffhintergründe
Ebenfalls sehr beliebt sind Stoffhintergründe. Im Unterschied zum Karton sind diese faltbar, waschbar und haben Struktur. Weiterhin weisen sie oft unterschiedliche Muster auf. Insgesamt wirkt ein Stoffhintergrund nicht so steril wie Karton. Somit ist ein Stoffhintergrund ein ideales Kandidat, wenn die Wirkung eines Portraits unterstreicht werden soll. Übrigens kann ein Stück Stoff nicht nur als Hintergrund, sondern auch als Dekorationselement eingesetzt werden.
Do-it yourself
Ein selbstgemachter Hintergrund ist sicherlich die kreativste und interessanteste, obwohl auch eine aufwendigere Möglichkeit. Dadurch dass Sie die freie Wahl bei der Gestaltung des Hintergrunds haben, können sie das Endergebnis gezielt bestimmen.
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Populär sind zwei Möglichkeiten:
- Ihnen steht eine Wand zur Verfügung: diese kann dann bemalt, beklebt oder anders dekoriert werden.
- Statt einer Wand werden die Spanplatten dekoriert. Der Vorteil: die Platten können ganz leicht verschoben oder entfernt werden. Weiterhin können diese sogar eigene Räumlichkeiten bilden.
Umgebung als Hintergrund
Kein Hintergrund kann der bessere Hintergrund werden. Denn eine gut gewählte Umgebung kann ein Portrait entscheidend bereichern.
Vergleichen Sie diese vier Bilder, die eine Malerin darstellen. Von diesen vier erscheint das erste Bild am langweiligsten und wirkt dazu noch ziemlich gestellt. Durch die Einbeziehung der Umgebung erzählen zwei nächste Bilder schon etwas mehr über sie. Das letzte Bild lässt sogar eine Geschichte entstehen.
In diesem Zusammenhang spricht man sehr oft von einem Umgebungsportrait (environmental portrait). Dieser stellt in der Regel eine Person in ihrer gewöhnlichen Wohn- oder Arbeitsumgebung dar. Das Portrait kann dadurch inhaltliche Tiefe erhalten oder sogar eine Geschichte entstehen lassen. Sehr bekannt für diese Art der Portraitfotografie ist Arnold Newman.
Fazit
Bei allen Überlegungen zur Wahl eines Portraithintergrunds soll eins nicht vergessen werden: ein Hintergrund spielt nur eine sekundäre Rolle. Er soll ein Portrait unterstützen und nicht zum Selbstzweck mutieren.
Über diesen Artikel
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- Veröffentlicht:
- 25 November, 2007
- Abgelegt unter:
- Fotografie, Fototutorials, Studio

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